Maison Karibu : Aufnahme und Wiedereingliederung junger Eltern, die auf der Strasse leben
Kinshasa, die Hauptstadt der Demokratische Republik Kongo, zählt über 30’000 Strassenkinder. Diesen Kindern wird der Zugang zu ihren grundlegenden Rechten verwehrt, insbesondere zu Wohnraum, angemessener Ernährung, kostenfreier Gesundheitsversorgung und Bildung, zum Recht auf Identität sowie auf Schutz vor Gewalt und Diskriminierung. Mädchen, die etwa 25 % dieser Kinder in Kinshasa ausmachen, sind besonders vulnerabel. Neben physischen und psychischen Traumata leben sie überwiegend von Betteln und Prostitution, was das Risiko von Übergriffen, Infektionen und sexuell übertragbaren Krankheiten sowie von ungewollten und frühen Schwangerschaften erheblich erhöht. Jährlich werden so rund 3.000 Kinder auf den Strassen von Kinshasa geboren. Viele von ihnen werden später ausgesetzt oder in Netzwerke des Menschenhandels integriert.
Vor diesem Hintergrund nimmt die Maison Karibu jährlich etwa zwanzig junge Mütter, die auf der Strasse leben, sowie ihre Babys für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren auf. Als Ort der Stabilisierung und Neuorientierung bietet sie einen geschützten Rahmen: Das pädagogische Team begleitet die jungen Frauen bei ihrer persönlichen Aufarbeitung, stärkt ihre Elternkompetenzen, unterstützt sie beim Wiederaufbau ihres Selbstvertrauens, bei der Wiederherstellung familiärer Beziehungen und bei der Entwicklung einer Zukunftsperspektive.
Solidarité Batoto
Bekämpfung des Phänomens der Strassenkinder, insbesondere der Mädchen, die auf der Strasse leben:
Durch ein lokales Netzwerk, das aufsuchende Strassenarbeit (Marauden) durchführt, werden junge Mütter und ihre Kinder, die auf der Strasse leben, an die Maison Karibu verwiesen. Dort finden sie einen sicheren Ort, angemessene Ernährung sowie Zugang zu Wasser, Hygiene und Kleidung. Diese Aufnahme deckt ihre grundlegenden Bedürfnisse und schafft ein Klima des Vertrauens. Die jungen Mütter und ihre Kinder erhalten eine Begleitung im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge, der Nachsorge sowie eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung. Die Familien werden zudem bei der Geburtsregistrierung beim Standesamt unterstützt, ein entscheidender Schritt für ihre soziale Wiedereingliederung und für den Erwerb der Staatsangehörigkeit des Kindes. Die aufgenommenen jungen Frauen erhalten schulische Unterstützung für sich selbst sowie für ihre schulpflichtigen Kinder. Diese Begleitung wird auch nach der familiären Reintegration fortgeführt, um ihre Kompetenzen und Zukunftsperspektiven nachhaltig zu stärken.
Ein Berufsbildungszentrum bietet Ausbildungswege in den Bereichen Kosmetik, Schneiderei, Informatik oder Sekretariat an, die durch begleitete Praktika ergänzt werden. Während der Ausbildungszeiten werden die Kinder in einer Kinderkrippe betreut.