Die Unterstützung von Jugendlichen in vulnerablen Lebenssituationen ist unsere zentrale Mission. Aus diesem Grund haben wir 2019 das Restaurant Birdhouse gegründet, um junge Menschen zu begleiten, ihr Selbstvertrauen zu stärken und ihnen eine nachhaltige Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen.
In Genf ist das Birdhouse weit mehr als ein Restaurant. Es ist ein Ort, an dem sich junge Menschen in Gastronomieberufen ausbilden lassen – durch anerkannte und zertifizierte Ausbildungsprogramme – und gleichzeitig eine individuelle Begleitung erhalten, um ihre Zukunft aufzubauen.
Der Werdegang von Awen, Lernender in der Küche, veranschaulicht dies beispielhaft: Entdecken Sie die Erfahrungen dieses jungen Mannes und seines Ausbildners
Ein Sprungbrett in die Zukunft
Awen trat dem Birdhouse-Team im Jahr 2024 bei, nach einem Schnupperpraktikum, in einer Phase der Unsicherheit:
«Ich habe das Birdhouse entdeckt, als ich ein Praktikum in der Küche suchte, in einer Zeit, in der ich nichts hatte und nicht zur Schule ging.»
Die Anfänge waren für Awen aufgrund seiner eher zurückhaltenden Art zunächst schwierig. Mit der Zeit gelang es ihm jedoch, sich zu integrieren und innerhalb des Betriebs an Selbstvertrauen zu gewinnen. Dieses Gleichgewicht entwickelte sich dank der Begleitung durch seinen Ausbildner Thomas, aber auch durch die Teamatmosphäre.«Jeder Lernende wird von einem Referenz-Ausbildner begleitet, der für unsere Fragen zur Verfügung steht und uns im Alltag unterstützt», erklärt er.
Heute betont Awen die Bedeutung dieses Teamgeistes: «Wir sind ein eingespieltes Team und unterstützen uns gegenseitig, sowohl Ausbildner als auch Lernende.»
Für Thomas steht die Beziehung zu den jungen Lernenden im Zentrum seiner Arbeit:
«Ich übe diesen Beruf aus wegen des Austauschs mit Menschen. Ich begleite sie gerne, gebe ihnen etwas weiter und sie geben mir auch etwas zurück. Sie sind fast 20 Jahre jünger als ich und haben eine andere Sicht auf das Leben.»
Auch wenn Thomas die Küche wegen ihrer Kreativität schätzt «Ich liebe Kreativität, ich entwickle gerne neue Gerichte» ist dies nicht seine tiefste Motivation.«Ich habe das Bedürfnis, mich nützlich zu fühlen und zu wissen, dass ich dazu beitrage, die Gesellschaft ein Stück lebenswerter zu machen. Das ist die soziale Dimension. Ganz klar.»
Diese Gegenseitigkeit spiegelt die doppelte Mission des Birdhouse perfekt wider: die Gäste zu bewirten und gleichzeitig die Lernenden in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung zu begleiten.
Die Weitergabe von Wissen erfolgt durch konkrete Erfahrungen: «Ich nehme die Lernenden manchmal mit zum Pilzesammeln, und anschliessend verwenden wir diese, um eine Vorspeise oder ein Gericht für das Restaurant zuzubereiten», erklärt der Ausbildner.
Das Birdhouse legt grossen Wert auf die Verwendung lokaler Produkte und organisiert regelmässig externe Besuche, damit die Lernenden ihr Wissen vertiefen und weitere Aspekte des Berufs entdecken können.
Für Awen bedeutet diese Ausbildung weit mehr als nur technisches Lernen: «Ich kann meinen Eltern zeigen, was ich mache, dass sie stolz auf mich sein können.»
Er wie auch die anderen Lernenden im Birdhouse werden dazu ermutigt, ihr berufliches Projekt schrittweise aufzubauen. Dank einer individuellen Begleitung durch einen Sozialcoach sowie einem strukturierten und wohlwollenden Umfeld gelingt es den Jugendlichen, Schwierigkeiten zu überwinden und sich auf ihren Weg zu konzentrieren.
Awen hat bereits konkrete Zukunftspläne: Er möchte Koch auf Kreuzfahrtschiffen werden, «ein bisschen überall hinreisen und verschiedenste Gerichte kochen», sagt er.
Im Birdhouse werden solche Träume gefördert. Viele Lernende kommen mit fragilen Lebensbiografien, doch hier erhalten sie die Möglichkeit, ihre Zukunft Schritt für Schritt aufzubauen.
So wird die Gastronomie zu einem echten Integrationshebel – eine Küche, die nicht nur Gäste versorgt, sondern vor allem Lebenswege prägt.